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Mittwoch, 26. Februar 2014

Navigation im Kajak - Teil II

"Kajakfahren – insbesondere auf dem Meer - erfordert Kenntnis wenigstens elementarer Navigationstechniken." - das hatte ich schon beim ersten Teil meines Navigationsvortrages im vergangenen Jahr zur Einleitung gesagt. Damals ging es um grundlegende Techniken, wie man überhaupt bestimmt, wo man ist und wie man da hinkommt, wo man hin will. Heute kommt die Tide als neues und die Umstände wesentlich verkomplizierendes Element hinzu.

Wie entsteht eigentlich Tide und wie äußert sie sich? Wie hoch ist eigentlich der Tidenhub auf den offenen Ozeanen und an verschiedenen Stellen der Welt? Wie schnell strömt denn das Wasser, und sieht der Tidenverlauf an allen Küsten so aus, wie an unserer Nordseeküste?

Es gab vieles zu klären, von dem man vorher kaum wusste, dass es so etwas überhaupt gibt. Dass es in der Nordsee "amphidronische" Punkte gibt, dass das Wasser immer noch gut eine Stunde abläuft, obwohl es schon wieder steigt und dass man zwar einen Tidenstrom jeglicher Stromgeschwindigkeit queren kann, aber nur, wenn man eben nicht vorhält.

Es gab Aufgaben zu lösen, die einen erst richtig auf das Dilemma aufmerksam machen, dass so eine Seekarte zwar Unmengen von Informationen beinhaltet, man aber doch erst einmal einiges über den Umgang damit lernen muss. Wenn man drei Meter Tidenhub hat und ein Wattenhoch laut Karte eine Höhe von anderthalb Meter hat, steht dann bei Hochwasser 1,5 Meter Wasser darüber oder 3 Meter?

Der Vortrag ist weder als Ersatz für einen Navigationskurs gedacht noch geeignet, aber er kann die grundsätzlichen Effekte und Phänomene bei Navigation auf Tidengewässern zeigen und ihre wesentlichen Eigenschaften und Einflüsse auf unsere Fahrtenplanung deutlich machen. Und bei der nächsten Nordseetour sieht man die Umstände dann mit ganz anderen Augen!

Sonntag, 23. Februar 2014

Ende gut - alles gut!

Als ich beim vergangenen Rollen-Termin gesehen habe, wie Uschi kopfüber im Boot hängend unter Wasser nach sich selbst und ein wenig Orientierung im Raum gesucht hat, dachte ich, dass sie noch ein Weilchen brauchen wird, bis sie alle beteiligten Glieder zu einer gedeilichen Zusammenarbeit überredet bekommt. Heute hat das Üben eben begonnen, da rollt sie schon wie ein Mops! Das setzt natürlich Standards und erhöht den Druck auf die anderen Teilnehmer, die bei der Vorstellungsrunde am Anfang noch keinen Erfolg vermelden konnten.

Ich hätte beim vierten Termin in der Reihe einen leicht gedämpften Enthusiasmus erwartet, ein demütiges Ergeben in das Schiksal, wenn die Rolle die letzten drei Male schon nicht aus der Hüfte kam, dass sie sich bestimmt auch heute nicht zwingen lässt. Aber da habe ich die Rechnung ohne die Teilnehmer gemacht: Alle sind dermaßen beflissen bei der Sache, dass die gesamten drei Stunden über ständig alle Boote auf, im oder unter Wasser sind und die Betreuer eigentlich kaum Gelegenheit haben, selbst mal ein bisschen zu spielen.

Johanna ist heute so entschlossen wieder angetreten, wie sie bei letzten Mal gegangen ist. Ich hatte mir eine spezielle Übung ausgedacht, um ihr über die letzte mentale Hürde zu helfen, die sie noch von der erfolgreichen Rolle trennt. Es gab viel zu lachen, wenn sie mich auch nach dem x-ten Versuch noch auf der anderen Seite des Bootes vermutet hat, obwohl ich ihr hoch und heilig versprochen hatte, nicht heimlich in dem Moment über das Kajak zu springen, in dem sie unter Wasser taucht. Irgendwann ist aber auch dieser Knoten geplatzt und sie ist erfolgreich und geschmeidig hoch gerollt. Die Führung des Paddelblattes kann man noch optimieren, denn wenn man ehrlich ist, führt sie es noch nicht wirklich dicht an der Wasseroberfläche entlang. Da aber ihr Hüftknick und die Bewegung des Oberkörpers seit dem ersten Moment so tadellos klappen, kommt sie auch ohne diese technische Raffinesse wieder nach oben. Was man allerdings nicht mehr verbessern kann, ist das Strahlen nach geglückter Übung!

Dirk, Christina und wie sie alle heißen, Nina und Konstanze sowieso aber eben auch Uschi, Helge und Levke - wirklich alle haben im Laufe der vier Termine die Rolle erfolgreich praktiziert - und zwar mehr als einmal und nur durch Zufall! Wenn das keine gute Erfolgsquote ist! 

Dank vor allem an unsere Wander-Karen, die diese Termine ermöglicht hat aber auch allen Beteiligten, die immer Boote, Paddel und was sonst noch benötigt wurde, wie von Geisterhand in die Unihalle geschafft haben!

Sonntag, 16. Februar 2014

Rollentraining 3.Teil

Aller guten Dinge sind drei! Und wenn die Dinge dann noch nicht gut sind, kommt eben das vierte Mal dazu. Am Ende wird also alles gut - und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende!

In diesem Bewusstsein gehen wir heute unseren dritten Rollentermin an. Zwar können Karen und Britta krankheitsbedingt beim Transport der Ausrüstung in die Halle nicht mitmachen, aber wie von Zauberhand werden die entstandenen Lücken geschlossen und alles klappt wie am Schnürchen.

Einige sind mittlerweile schon alte Hasen, was die Rolle angeht. Dabei ist Lauritz vielleicht der jüngste Paddler in der Herde aber augenscheinlich der älteste Hase, denn seine Rolle kommt links wie rechts mit bewunderswerter Sicherheit und Selbstverständlichkeit.

Es gibt aber auch ganz junge Hasen, wie Johanna, die heute das erste Mal teilnehmen kann. Die einführenden Übungen absolviert sie mit beeindruckender Körperbeherrschung, so dass ich mir sicher bin, dass sie nicht lange brauchen wird, bis sie auch die gesamte Übung beherrscht. Aber immer wenn es zum Schwur kommt und sie den kompletten Bewegungsablauf abspulen soll, gibt es eine Hürde, die sich ihr in den Weg stellt. Aber sie ist so vom Ehrgeiz durchdrungen, dass sie es unbedingt wissen will und^mir keine Ruhe lässt und fast die kompletten drei Stunden in Aktion bleibt. Ich bin mir sicher, dass sie in den kommenden Tagen die Folgen ihres Einsatzes spüren wird. Ich bin mir aber auch sicher, dass sie beim kommenden Termin die Früchte ihres heutigen Einsatzes einfahren wird.

Sonntag, 26. Januar 2014

Rollentraining 2.Teil

Heute soll fortgesetzt werden , was vor zwei Wochen begonnen worden ist. Wenn einem das Rollen nicht im Schlaf zufliegt, muss man halt mehrfach üben. Für den normal Sterblichen verstößt diese Übung ja auch gegen mehrere in Millionen Jahren durch die Evolution eingeimpfe Verhaltensweisen. Wenn man kein Faultier ist, hängt man eben nicht kopfüber irgendwo drin. Und wenn man kein Fisch ist, taucht man den Kopf auch nicht freiwillig unter Wasser. Und wenn er denn schon mal unter Wasser ist, ist er doch das erste, was man wieder an die Luft befördern möchte. Dass der Ablauf der Rolle so fundamental mit unseren instinktiven Reflexen kollidiert, macht die Hürde so hoch, die man am Anfang überwinden muss.

Es gibt natürlich immer so Ausnahmeerscheinungen wie Konstanze, die erstmalig zum Rollentraining erscheint und am Ende Übungsleiter und Leidensgenossen mit einer perfekten Rolle verblüfft, oder wie Eskimo-Nina, die sich unter Wasser bewegt, als sei sie eine Robbe, die nur zufällig im Kajak sitzt. Bei den anderen sind die Anleitenden so souverän, dass vom sturen Plan abgewichen wird und bei jedem die individuelle Hürde indentifiziert und bearbeitet wird.

Auch heute gibt es wieder einige Erstroller - aber alle machen Fortschritte. Und es ist besser, den eigenen Fortschritt als Erfolg zu werden, als das Noch-Nicht-Komplette-Rollen als Misserfolg. Schließlich haben wir noch zwei Termine zur Verfügung - und auch Gordon Brown hat zwei Jahre gebraucht, bis er die Rolle gelernt hat!

Sonntag, 12. Januar 2014

Rollentraining 1.Teil

Direkt nach dem Sektempfang ging es in die Schwimmhalle der Universität. Karen hat uns vier Termine beschert, in denen wir für unseren Verein ein Rollentraining durchführen können. Die Nachfrage war unerwartet groß, aber auch die Bereitschaft von Kundigen, sich als Betreuer zur Verfügung zu stellen. So kamen auf insgesamt 16 Lernwillige 7 Trainierwillige - ein gesundes Verhältnis. Die Betreuer haben sich im Vorfeld einmal getroffen und über das Vorgehen abgestimmt. Das sollte vornehmlich dazu dienen, dass die Übenden nicht allzu große Diskrepanzen ausgesetzt werden. wenn sie von einem Betreuer zu einem anderen wechseln.

Um für einen entspannten Anfang zu sorgen, wurden zuerst einige Übungen zur Wassergewöhnung gemacht, damit niemand in Panik gerät, wenn er sich in der für uns unnatürlichen Lage kopfüber unter Wasser befindet.

Von den zwölf heute Erschienenen könnten vier bereits mehr oder eher weniger rollen. Alle anderen hatten entweder noch nie erfolgreich gerollt, oder es war eh ihr erster Versuch, es zu lernen. Am Ende haben bereits vier der absoluten Neulinge eine Rolle hinbekommen. Nina und Lauritz sogar zu beiden Seiten und mit ziemlicher Verlässlichkeit! Wenn das keine gute Erfolgsquote ist!


Mittwoch, 25. September 2013

Dämmerfahrt 2013

So eine Fahrt ohne "Wiederkehr" zu organisieren, ist im Vorfeld immer etwas aufwändig. Dieses Mal haben wir unsere Autos, die unsere Rückkehr vom Schönberger Strand sicherstellen sollten, nicht erst am Tag der Fahrt selbst sondern einfach einen Tag vorher an den Zielort gefahren. Das hat die Sache deutlich entspannt, denn es gibt einfach mehr Leute, die am Abend mal eine Stunde erübrigen können, als am frühen Nachmittag. Durch den normalen Schrumpfungsprozess, den der Teilnehmerkreis einer angekündigten Fahrt im Laufe der Zeit erfährt, blieben schließlich sechs Teilnehmer übrig, die wir inklusive ihrer Boote bequem mit den zwei bereitgestellten PKW transportieren können.

Es soll das erste mal, seit dem wir diese Fahrt unternehmen, Ostwind herrschen, uns also mit Stärke drei bis vier von vorne ins Gesicht wehen. Das mag uns etwas bremsen, ist aber natürlich kein Grund, die Aktion abzublasen - ebenso wenig wie der angekündigte Regen. Aus den Erfahrungen im letzten Jahr haben wir diesmal auf die nutzlosen Angelknicklichter verzichtet - aber ich habe zwei deutlich üppiger bemessene Exemplare dabei und Betzi hat ebenfalls eines davon mit. Wir werde sehen, was wir damit für Erfahrungen sammeln.
Einige Minuten vor sieben Uhr sind wir an der Ansteuertonne zur Marina Wentdorf. Ich hatte mir sieben Uhr als Ziel gesetzt, denn einige Minuten danach versinkt die Sonne bereits hinter dem Horizont und hier ist die letzte Möglichkeit, wo noch Bootsverkehr herrschen könnte. Danach kommt nur noch freies Wasser.


Es ist bereits jetzt ziemlich schummrig, denn der Himmel ist dick bewölkt - und es regnet bereits eine ganze Weile. Hier lasse ich sammeln, gruppiere unsere Schar in Zweiergruppen, denn bislang sind wir weiter auseinander gedriftet, als es im Dunkeln gut wäre. Ich aktiviere meine beiden Knicklichter. Das grüne fängt brav an zu leuchten und ich benzele es hinten an meine Schwimmweste. Das rote knicke ich so gründlich ich kann, aber gute zehn Jahre Lagerung sind wohl jenseits des Limits, das solche Dinger klaglos überleben. So fährt die "rote Gruppe" also eher ohne Beleuchtung - Betzis blaues Licht dagegen leuchtet sehr geheimnisvoll!

Anfangs sind noch deutliche Abstände zwischen den Gruppen, je dunkler die Nacht wird, desto enger rücken alle zusammen. Als es nach kurzer Zeit schließlich deutlich dunkel ist, fahren sechs Kajaknasen auf absolut gleicher Höhe im Abstand zweier halber Paddellängen einträchtig nebeneinander durch die Nacht! Wegen des Windes ist das Wasser recht bewegt und meine Hoffnung auf Meeresleuchten wie im letzten Jahr erfüllt sich nicht. Dafür ist es wegen der Bewölkung aber deutlich dunkler und wir haben bald nur noch eine vage Ahnung davon, wie dicht wir am Ufer entlang fahren. Die Laternenreihe vor dem Strand von Kalifornien ist uns erst eine gute Orientierung, aber dahinter geht es eine ganze Weile ins dunkle Nichts, bis die Laternenreihe von Schönberger Strand in Sicht kommt.

An  der gesamten Küste säumen Steinmolen den Strand, die etwa fünfzig Meter hinaus ins Wasser ragen. Sie stürzen uns in ein ziemliches Dilemma, denn einerseits wollen wir nicht allzuweit aufs offene Wasser hinaus, andererseits wollen wir auch nicht auf eine dieser unnachgiebigen Begleiterscheinungen auflaufen. Man erkennt auf dem Bild des letzten Stücks unseres GPS-Tracks, dass wir den Molenköpfen bis auf 25 Meter nahe kommen - ohne sie zu sehen. Aber die Geräusche, die die auf sie rauschenden Wellen machen, lassen uns an jeder wieder ein bisschen nach draußen steuern. Dort, wo der Track einen deutlichen Schnörkel macht, bin ich mit Sven zusammengekommen, um erstmalig auf unser GPS zu schauen. Es versichert uns, dass wir nur noch wenige hundert Meter von unserem Ziel entfernt sind.

Gnädiger Weise hat der Regen aufgehört, als wir uns am dem Rasen am Deich umziehen. Das ist sehr angenehm, denn es ist auch so nicht gerade mollig, eine Weile nackig im Wind zu stehen, bis man trockene Kleidung an hat. Es herrscht heute geradezu Hochbetrieb auf der Promenade: Kurz nachdem wir unsere Kajaks hier auf den Rasen gelegt haben, schiebt ein Pärchen seinen Kinderwagen durch die Nacht. Ein paar Minuten später schlendern zwei Jugendliche vorbei, die bald aus der anderen Richtung wieder zurück kommen. Und dann erscheint ein überdimensionaler Regenschirm, unter dem schließlich ein bekanntes Gesicht hervorkommt: Gerdi lädt uns wieder auf einen Tee zu sich nach Hause ein.

Die Runde bei Inge und Gerdi ist wieder so gemütlich, dass wir beschließen, die Tour im nächsten Jahr auf einen Freitag zu legen. Dann können wir so lange bleiben, wie wir möchten und müssen nicht wieder vorzeitig aufbrechen, weil wir alle am nächsten Tag am Arbeitsplatz erscheinen müssen.

Montag, 16. September 2013

Wiederbelebung

Am Beginn der Woche spürte ich so ein komisches Gefühl. Ich konnte es mir erst gar nicht richtig erklären und habe überall gesucht - ob der Luftdruck ein nie dagewesenes Maß angenommen hat, die Kühe besonders tief fliegen oder ich streng unter den Achseln rieche. Nichts - nirgends ein Hinweis! Erst als ich die Mail von Sabine erhielt, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Wir haben die Woche der Wiederbelebung! Da hätte ich auch gleich drauf kommen können!

Es ist in Deutschland nicht rosig bestellt um die Kenntnis und Bereitschaft, bei einem Herzstillstand Erste Hilfe zu leisten. Andere Länder weisen da bessere Statistiken auf. Die deutsche Ärzteschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, diesem Missstand entgegenzuwirken. Dazu haben sie eben bundesweit die "Woche der Wiederbelebung" ins Leben gerufen. Nachdem Sabine als Teil der Ärzteschaft uns auf die Gelegenheit aufmerksam gemacht hat, war es uns Freude und Verpflichtung gleichermaßen, unsere Montagstour an der Seebar vorbeiführen zu lassen. Dort nämlich hatten sich Rettungsärzte auf die Lauer gelegt, um interessierten Paddlern - und Nicht-Paddlern - eine kurze Unterweisung darin zu geben, wie man Leben retten kann.

Bevor wir uns zu Rettern der Menschheit ausbilden lassen konnten, mussten wir noch - wie jeden Montag - eine paddlerische Herausforderung meistern. Heute bestand sie darin, eine Antwort auf die Frage zu finden: Wie komme ich an einer Badetreppe, die weder dafür gedacht noch gemacht ist, aus meinem Boot? Klingt ganz einfach, erfordert aber doch ein bisschen Geschick und ist tatsächlich nicht ganz trivial. Aber alle, die sich dieser Aufgabe gestellt haben, haben sie am Ende souverän gemeistert. Und auch wenn man vielleicht nicht so oft an Badetreppen anlandet, so bequem wie an unserem heimischen Steg kommt man nicht überall aus dem Wasser. Und Kenntnisse und Fertigkeiten, die man sich an Badetreppen erarbeitet, kann man auch woanders gewinnbringend anwenden.


Die lauernden Ärzte sind schnell ausgemacht: sie haben ihr Lager ganz in der Nähe eines emsig heizenden Gasbrenners aufgeschlagen und nehmen uns freundlich in Empfang. Wir bekommen jeder eine Übungspuppe zugeteilt, die aber leider alle nur aus Kopf und Oberkörper bestehen und ausnahmslos auf den Namen "Anne" hören. Außerdem erhält jeder in kleines Merkblatt, in dem das ganze Thema auf drei griffige Punkt eingedampft ist, die man etwas so überschreiben könnte: Ansprechen, anrufen, anfangen! Besonders beim Punkt mit dem "Anrufen" wird noch einmal herausgestellt, dass man ihn nicht vergessen sollte, denn auch wenn wir Erste Hilfe leisten, muss irgendwann jemand die zweite übernehmen, sonst wird die erste schließlich die letzte sein!


Besonders beruhigend fand ich den Hinweis, dass man als Laie in keiner Hinsicht etwas verkehrt machen kann. Weder juristisch, dass man also hinterher keine Klage fürchten muss, dass man dem "Geholfenen" eine Rippe gebrochen hat, noch medizinisch, weil man mit seinem Gedrücke auch dann keinen Schaden anrichten kann, wenn das Herz des Behandelten wider Erwarten doch nicht still steht. Auf ganzer Linie beruhigt und entspannt versucht jeder ebenso konzentriert wie engagiert, seiner "Anne" neues Leben einzuhauchen. Ich lasse den Arzt mitstoppen. Nach zwei Minuten habe ich deutlich über 200 mal Annes Brustkorb zusammengepresst - und hätte mich über eine Ablösung gefreut. Im Stadtgebiet von Kiel gehen die Retter davon aus, innerhalb von acht bis zehn Minuten nach der Alarmierung am Ort des Geschehens zu sein. Deshalb ist es so wichtig, den Punkt mit dem Anrufen (112!) so früh wie möglich umzusetzen. Wenn unsere Annes am Ende der Übung nicht lebendiger waren als voher, lag das auf keinen Fall daran, dass wir sie nicht vorbildlich "geherzt" hätten - das muss andere Gründe haben!

Als wir uns der zweiten paddlerischen Herausforderung des Tages stellen: "Wie komme ich an einer Badetreppe, die weder dafür gedacht noch gemacht ist, wieder in mein Boot?", sind wir nahezu gegrillt vom emsig heizenden Gasbrenner, unter dem wir im Rythmus des Bee-Gee-Hits "Staying alive!" die Wiederbelebungsgymnastik vollführt haben. Olaf ist sogar so warm in seiner Kluft, dass er auf ein Bad zur Abkühlung in der Mitte des Fahrwassers nicht verzichten kann.

Ich kann nur jedem empfehlen, sich einmal in diese simple Technik der Wiederbelebung einweisen zu lassen. Man kann tatsächlich Leben damit retten. Man kann nichts kaputtmachen. Man kann nichts verkehrt machen. Und man muss sich nicht die Frage stellen: Hätte ich in den zehn Minuten, die ich untätig daneben gestanden habe, vielleicht etwas tun können, was diesem eben vom Notarzt für tot erklärten Menschen das Leben gerettet hätte?

Mittwoch, 4. September 2013

Leuchtturm am Mittwoch

Immer nur die Förde rauf und runter zu rutschen, ist auf Dauer weder erquicklich noch erweitert es den Horizont. Da müssen schon ab und zu ein paar eingestreute Bonbons die Lust am Paddeln immer wieder neu beleben. So haben wir uns verabredet, heute zum roten Leuchtturm zu fahren, der - wer weiß wie lange noch - so verlockend vor der Mündung unseres heimischen Fjords lauert.

Wir können heute bilderbuchmäßig studieren, wie ein grundlegender Wechsel der Wetterlage abläuft: Seit Tagen haben wir erklecklichen Wind aus ziemlich genau westlicher Richtung. Über Mittag schläft er nicht nur vollkommen ein, er kommt auch aus einer um volle 180 Grad gedrehten Richtung, nachdem er allmählich wieder aufwacht. Da der Wind nach dem Einschlafen halt erst allmählich wieder in Fahrt kommt – was ich gut verstehen kann - haben wir nicht ganz die Wellen, die ich mir erhofft hatte. Aber trotzdem hat das Wasser eine andere Stimmung, einen anderen Charakter hier draußen.

Zwar sind ein knappes Dutzend Teilnehmer zusammengekommen, aber wir haben es geschafft, für alle eine Mitfahrgelegenheit und vor allem eine Transportmöglichkeit für die Boote zu organisieren, um zum Strand vor Bülker zu fahren. Von hier aus sind es gute sieben Kilometer zur Lotsenstation, als die der Leuchtturm immer noch genutzt wird. Ich sage meinen Mitpaddlern, dass das Ziel der heutigen Tour von unserem Startplatz aus ziemlich genau in 45 Grad liegt (blaue Linie in der Graphik). Zudem haben wir einen leichten Ostwind, so dass unser Kompasskurs etwas darüber liegen sollte. Um die Navigation etwas leichter zu gestalten, schlage ich vor, dass wir auf der Linie entlangfahren, die die beiden Kabeltonnen bilden. Ich lasse einen GPS-Tracker mitlaufen und kann so unsere Spur genau nachvollziehen, die wir durchs Wasser gezogen haben. Zur besseren Illustration habe ich drei gerade rote Linien gezogen, die den Track der Hintour praktisch komplett verdecken. Lediglich die Spur der Rücktour ist neben der roten Linie zu sehen.
Trotzdem wir anfangs deutlich über 45 Grad steuern, liegt unser Kurs über Grund nur etwas über dreißig Grad. Als wir in die Nähe der ersten Kabeltonne kommen, wird auch deutlich, woher denn eine so starke Abdrift bei dem vergleichsweise lauen Wind rührt: Es herrscht eine unerwartet starke Strömung in westliche Richtung. Durch den Wechsel der Windrichtung drückt halt das Wasser, dass die ganzen letzten Tage aus der Eckernförder Bucht geweht wurde, nun wieder zurück in seine Heimat. Es ist für alle eine Überraschung, dass auf der Ostsee, die keine Tide kennt, dermaßen signifikante Strömungen auftreten können.

Für die weitere Fahrt gebe ich als Losung aus, dass die in der Ferne gerade erkennbare zweite Kabeltonne mit dem Leuchtturm in Deckung bleiben soll. Um das zu erreichen, müssen wir deutlich östlich vorhalten, um Strom und Wind zu kompensieren. Aber mit dem Auftrag, zwei Punkte in Deckung zu halten, ist das kein großes Problem. Ich frage unterwegs alle, die einen Kompass an Bord haben, nach dem Kurs,den sie darauf ablesen. Die meisten nennen etwa 70 Grad, manche sogar 90, aber das Ablesen eines Kompasskurses auf einem so kleinen Boot in einigermaßen bewegter See ist nicht ganz einfach. Auf meinem lese ich im Mittel immerhin etwa 65 Grad ab. Diese Peilung habe ich als grüne Linie ebenfalls in die Graphik eingetragen.

Es ist ganz beachtlich, wenn man bedenkt, dass unser wirklicher Kurs von anfangs 51 und später 46 Grad nur erreicht werden konnte, indem wir mehr als 65 Grad gesteuert haben. Das sind 15 bis 20 Grad Abdrift bei einer Windstärke von lauen drei Beaufort! Neben dem Reiz, einmal eine andere Strecke als an einem gewöhnlichen Mittwoch gefahren zu sein, haben wir heute an praktischem Beispiel ausgesprochen wertvolles über Wetter, Strömung und Abdrift gelernt.

Mehr Bilder...

Montag, 15. Juli 2013

Flache Stütze und Reparatur am Fahnenmast

Sonnenschein und ein bisschen Wind, herrlich ist es auf der Förde zu paddeln! Karen führte uns heute nach Kitzeberg. Parallel den Strand entlang fahrend übten wir die Flache Stütze mit dem Paddel. Nach der Paddeltechnik ging es hinüber in Richtung Scheerhafen, wo wir bei der Tonne K1 noch einen Theorieteil in Sachen Betonnung, Haupt- und Nebenfahrwasser hatten. Kurz vor dem Ende des Montagspaddeln fand vor dem heimatlichen Steg eine Vorführung und das gemeinsame Üben der Eskimorettung statt. Später am Abend als die meisten schon zu Hause waren, wurde von Olavs Kumpel noch mit einer tollen Kletteraktion am Fahnenmast unser abgerissene Flaggenleine wieder in Ordnung gebracht.

Klaus-Peter

Montag, 8. Juli 2013

Training bei der Reventloubrücke

Heute waren viele Liegeplätze der Segelboote hinter der Reventloubrücke frei, sprich es gab die Chance für unsere Wanderwartin, die Poller für das Montagstraining zu nutzen. Der Bogenschlag links und rechts, falls möglich mit Ankanten, stand auf dem Trainingsprogramm. Die Poller boten die ideale Gelegenheit, viele enge Kurven zu fahren und den Bogenschlag zu üben. Danach ging es noch nach Mönkeberg. Vor dem Aussteigen am Steg gab es noch ein nasses Training. Wir übten in unterschiedlichen Konstellationen den Paralleleinsteig. Mal waren wir die Gekenterten und mal die Retter. Dies machte bei den sommerlichen Wassertemperaturen viel Spaß.

Klaus-Peter

Samstag, 27. April 2013

RST 2013

Nach einem nicht enden wollenden Winter hat sich die Wassertemperatur in den letzten Tagen uns zuliebe noch einmal unerwartet ins Zeug gelegt und sich auf unglaubliche sechs Grad gesteigert. Aber die lange Kälteperiode hat nicht zur Anmeldung großer Scharen geführt und auch das garstige Wetter gestern hat noch einmal einige zurückschrecken lassen. So stehen wir also in einer intimen Gruppe von zehn Leuten um unsere Boote herum und freuen uns auf das Kommende. Jedenfalls können wir uns sicher sein, dass alle Erschienenen wild entschlossen sind und mit Liebe bei der Sache.

Natürlich wollen wir auf die niedrigen Wassertemperaturen Rücksicht nehmen und statt der üblichen zwei nur einen "nassen Block" durchführen. Aber bis es dazu kommt, vergeht noch eine ganze Weile, in der wir die Gelegenheit haben, und mit allen "trockenen" Aspekten des Kajakfahrens auf See zu beschäftigen - in Theorie und Praxis. Für einige ist der heutige Termin die erste Gelegenheit, sich mal wieder mit dem Boot aufs Wasser zu begeben. Und da brauchen beide Komponenten, Paddler und Schiff, einfach eine gewisse Zeit, sich wieder aneinander zu gewöhnen. "Welche Seite muss man noch mal hochkanten, wenn man nach links fahren will?" "Und wie bitteschön soll ich beim Heckruder das Paddel links nach unten drücken und gleichzeitig diese Seite hochkanten?"
Das Schleppen nimmt heute einen größeren Raum ein, als es sonst der Fall ist. Und es ist ein gutes Erlebnis, mal zu spüren, wie anstrengend es ist, einen Paddler hinter sich her zu ziehen, der nicht selbst zum Vorankommen beiträgt. Und das sind hier nur fünfhundert Meter und es herrscht Windstille und gibt keine Wellen! Wenn man tatsächlich einmal in die Verlegenheit kommt, jemanden über eine längere Strecke ziehen zu müssen, sollte man die Last tunlichst mit mehreren teilen.

Ein gutes Gefühl ist es auch, sich schließlich einmal wirklich in die frischen Fluten zu stürzen. Keiner zögert, alle üben bereitwillig den Wiedereinstieg, lassen sich Reentry & Roll vorführen oder versuchen es sogar selbst. Ich übe mit Jörg den Heel-Hook-Entry - auf deutsch: Hacken-Haken-Einstieg. Aber offensichtlich bin ich nicht dafür geeignet, denn Jörg hat alle Mühe, mein Kajak aufrecht zu halten, während ich mit meinem Gewicht ungeschickt darauf herumrotiere.

Aus Sicht der Durchführenden war die Kleinheit der Gruppe ein echtes Geschenk. Es ist wesentlich entspannter, zu zweit eine Gruppe zu betreuen und sich bei den Erläuterungen und Vorführungen abwechseln zu können, als den ganzen Tag alleine sabbeln und die Augen ständig überall haben zu müssen. Auch den Teilnehmern scheint der Kurs Spaß gemacht und etwas gebracht zu haben, denn die Gesichter und Gemüter sind entspannt als wir abschließend zur Manöverkritik zusammenkommen.

Mehr Bilder hier.

Sonntag, 24. Februar 2013

Rollenkurs - letzter Teil

Unser Rollenkurs geht in die letzte Runde. Es kann noch einmal geübt werden, wie man die Nase wieder an die lieb gewonnene Luft bekommt, wenn es einen unverhofft unter die Wasseroberfläche gerissen hat. Die Probanden haben schon gute Fortschritte gemacht, einige beherrschen die Rolle schon mit großer Sicherheit, andere sind noch nicht ganz so routiniert, haben aber das meiste des Weges bereits zurückgelegt. Auch Nina macht heute ihre erste vollkommen freie Rolle. Nur der Hallenboden greift noch etwas unterstützend ein - aber ansonsten war alles eine komplette Eigenleistung. Glückwunsch!

Samstag, 26. Januar 2013

Hallentraining


Heute ist die Schlange der vor der Halle wartenden Kajaks und Kanuten erheblich länger als beim letzten Mal. Schön, wenn solche Termine auf breiter Front angenommen werden. Jörg, Piet und ich haben uns vorgenommen, heute die "Backdeck-Rolle" zu üben. Im Prinzip ganz einfach und wie im wesentlichen die normale Rolle, nur dass alles rückwärts läuft. Wir haben im Vorfeld zwei kleine Filmchen von You-Tube studiert und fühlen uns gut gewappnet die neue Bewegung zu wuppen. Allerdings ist die Praxis dann doch nicht so trivial, wie es sich vor dem heimischen Rechner darstellt. Irgendwie haben wir alle drei unerwartete und unerklärliche Schwierigkeiten, den Bewegungsablauf so hinzukriegen, dass man ihn in seiner Gesamtheit als Rolle bezeichnen könnte. Geschweige denn, dass sich die Kinnlade nachher oberhalb der Wasseroberfläche befindet. Es ist schon etwas frustrierend.

Aber zwei Wirkungen hat das entfesselte Rumspielen an einer neuen Bewegungen auf jeden Fall: Dass das gesamte Gefühl für Boot und Wasser und wie man wieder hoch kommt eine größere Selbstverständlicheit bekommt - und dass ich in den nächsten Tagen seit Jahren wieder mal einen Muskelkater vom Rollentraining habe!
Erfolgreicher sind meine Balanceübungen, bei denen ich aus dem Cockpit rutsche und mich hinter den Süllrand setze, wobei meine Beine seitlich aus dem Boot hängen. Mittlerweile schaffe ich recht verlässlich die Rolle um die vertikale Achse: Erst nehme ich beide Beine auf eine Seite des Bootes, dann eines auf die gegenüberliegende, so dass ich zu meinem Heck blicke, dann beide Beine auf die andere Bootsseite und schließlcih sitze ich wieder in der Ausgangsposition. Auch das sieht nach sinnfreier Spielerei aus und ist es auch. Aber es dient eben der Verbesserung der Balance und nachdem ich in Wales gesehen habe, dass es dort massenhaft "Strände" gibt, bei denen man einen Bootsverlust zu beklagen hat, wenn man nicht vorher aus seiner Kajüte kommt, habe ich angefangen, dies verstärkt zu üben.

Geübt habe ich auch den "Unterschenkel-Einstieg", bei dem der schwimmende Paddler als erstes einen Fuß ins Cockpit steckt, um sich dann unterstützt durch das an diesem Fuß befestigte Bein auf das Boot zu heben und in einer flüssigen Drehung ins Cockpit zu schrauben. Eine sehr vielversprechende Lösung für Leute, die Probleme haben, aus der Schwimmlage ihren Körper mit einem großen Schwung auf das eigene Boot zu hieven. Ich werde das weiter vertiefen.


Sonntag, 13. Januar 2013

Rollenkurs - Teil 1

Unsere Wanderwartin Karen hat mit unserem Jugendwart Alexander einen Deal ausgekungelt, bei dem für uns Wanderpaddler am Ende vier Termine im kleinen Becken der Unischwimmhalle rausgesprungen sind. Damit können wir erstmals in der mir erinnerlichen Vereinsgeschichte einen dedizierten Rollenkurs anbieten! Es haben sich neun Teilnehmer angemeldet und vier Anleiter, die die Lernbegierigen betreuen wollen.

Betzi gibt zu Anfang eine kurze aber eindringliche Einleitung und dann geht es ins Wasser. Es wird ganz behutsam angefangen und zuerst nur und ausschließlich der Hüftknick geübt. Zuerst hört man die Worte "Kopf unten lassen!" noch recht häufig durch die Halle hallen. Aber die Probanden lernen schnell und die Anleiter sind geduldig.

Die Konzentration auf nur genau dieses eine Thema "Rollen" und darin auf die ersten aber entscheidenden Bewegungsabläufe ist überaus hilfreich, bei den Lernenden eine solide Grundlage für eine spätere sichere Rolle zu legen. Natürlich sind ein paar Kandidaten dabei, die die Rolle vorher schon oder schon fast konnten. Aber auch sie haben dazu gelernt und bei denen, die "Rolle" vorher nicht einmal buchstabieren konnten, sieht der Hüftknick bald so vielversprechend aus, dass es nicht mehr weit ist bis zur selbständigen Rolle. Nina, die am Anfang so aufgeregt war, dass sie schon beim Einsteigen ins Boot ins Wasser plumpste, hat es sogar geschafft, sich komplett ohne Hilfe aus der Unterwasserwelt wieder aufzurichten. Ich freue mich auf die weiteren Termine!

Mittwoch, 29. August 2012

Baden am Mittwoch

Es liegt in der Luft: Der Sommer will sich verabschieden. Da wollen wir die sich noch bietenden Gelegenheiten umso bewusster nutzen: Nachdem ich am Montag kräftig Werbung dafür gemacht habe, dass man auch mittwochs veritabel paddeln kann, sind erstaunlich viele "Montag-linge" meinem Aufruf gefolgt und wollen es wagen, einmal weiter zu paddeln als nur bis zum Heikendorfer Strand.

Wir einigen uns auf das seichte Wasser hinter dem grünen Leuchtturm, wo wir etwas im noch warmen Wasser plantschen wollen. So manch einer ist noch nicht recht überzeugt, dass er den in schier unerreichbarer Ferne lauernden Leuchtturm überhaupt erreichen, geschweige denn den Rückweg überleben wird. Aber allen Widrigkeiten wie eingeschlafenen Beinen und querenden Seglern zum Trotz erreichen wir alle gut gelaunt die Bucht hinter dem Friedrichsorter Leuchtturm.


Hier stehen Gleichgewichtsübungen auf dem Programm. Das Wasser ist seicht und warm, so dass man sich bedenkenlos auch an Schwierigeres wagen kann. "Üben übt" - diese tiefe Lebensweisheit, mit der Jörg so gerne hinter dem Busch hervorkommt - bestätigt sich auch hier wieder. "Rolle-Können" gibt es eigentlich nicht - "Rolle? Konnte ich früher!" ist eher die richtige Formulierung und man muss immer mal wieder überprüfen, ob das auch heute noch gilt. Oder man probiert die Rolle das erste Mal! Einige der Neulinge lassen sich die günstige Gelegenheit nicht entgehen und tasten sich langsam aber entschlossen an diese Selbstrettungsmethode heran. Ich freue mich auf die strahlenden Gesichter, wenn sie das erste Mal wieder selbständig aus dem Wasser auftauchen!

Montag, 13. August 2012

Alle aufs Wasser

Einen solchen Ansturm hatten wir beim Montagspaddeln im Sommer 2012 bisher noch nicht erlebt. Das Einsteigerpaddeln war bisher schon gut besucht, aber 19 Teilnehmer ist ein Rekord! Selbst unsere beiden Vereinszweier durften/mussten mit aufs Wasser. Zuerst wurde bei frischem Ostwind (Windstärke 5 - bis  zur Grenze von 6!) zwischen der Reventloubrücke und den Kanustegen geübt. Dann ging es hinüber zum Pegelturm auf der Ostseite der Förde und zum Strand von Hasselfelde. Zurück am heimatlichen Steg übten die meisten neuen Teilnehmer noch den Wiedereinstieg im warmen Fördewasser.

Klaus-Peter

Samstag, 30. Juni 2012

Paddelworkshop

Seit Jahren schon habe ich darüber nachgedacht, so etwas wie einen Kurs über die Grundlagen des Seekajakfahrens ins Leben zu rufen. Aus unterschiedlichen Gründen habe ich diesen Gedanken bisher nie in die Tat umgesetzt. Eine Anfrage eines Interessenten hatte mich darauf gebracht, es noch einmal aufzugreifen und in die Tat umzusetzen.

Die Planung war etwas kurzfristig und auch die Einladung der Teilnehmer, so dass ich keine großen Erwartungen hatte, dass sich viele Teilnehmer einfinden würden. Das war mir eigentlich ganz recht, denn da ich mich ja auch inhaltlich nicht großartig vorbereiten konnte, wollte ich es als Testballon sehen, um daran zu lernen, ob es sich lohnt, so etwas zu veranstalten und wie es angenommen würde.

Innerhalb weniger Tage trudelte eine erkleckliche Anzahl an "Ich auch!"- Meldungen ein und am Samstag mussten wir 12 Paddler mit dazugehörigen Booten auf die Autos verteilen. Am Deich von Falkenstein kamen noch Heiner und Ute hinzu, die direkt angereist waren. "Geringe Beteiligung" war also schon mal ein Flop! Auch das Wetter war erstmals in diesem Sommer so, dass man guten Gewissens einen ganzen Tag am Strand verbringen möchte, ohne dass man blaue Lippen bekommen würde!

Es wurden alle grundlegenden Aspekte des Seekajakfahrens, soweit sie für Einsteiger relevant sind, angesprochen, vorgemacht und von den Teilnehmern praktiziert. Obwohl wir die einzelnen Übungen nicht überstrapaziert und eigentlich immer Grundlegendes angesprochen haben, dauerte es länger als ich ursprünglich angenommen hatte. Das lag aber auch daran, dass alle Beteiligten wissbegierig mitgearbeitet und ständig Fragen gestellt haben. Mein Eindruck war zum Schluss so, dass jeder etwas aus diesem Workshop mitgenommen und es nicht bereut hat, daran teilgenommen zu haben. Vielleicht war dies ja nicht der letzte Workshop seiner Art.

Ein besonderer Dank geht natürlich an Karen und Klaus-Peter, die mich spontan unterstützt haben und ohne die diese Veranstaltung vermutlich gar nicht stattgefunden hätte.


Alle Fotos von der Veranstaltung findet ihr hier.

Montag, 18. Juni 2012

Tanz auf den Wellen

 Eine Woche zuvor hatten wir fast gar keinen Wind, und heute pustete es dafür um so mehr. Hinzu kamen noch kräftige Böen. Anstatt der traditionellen Sightseeingtour in die Hörn wurde zuerst in Stegnähe bei den heutigen Windverhältnissen geübt. Fahren gegen und mit dem Wind und parallel zum Wind und das Meistern der Böen. Dies klappte ganz gut, so dass wir am Ende doch noch eine kleine Spritztour zumindest bis zum Anleger Seegarten unternommen haben.

Klaus-Peter

Montag, 4. Juni 2012

Anbaden der Montagsgruppe




Unsere heutige Montagstour führte uns in die Hörn. Neben der Stenaline konnten wir uns auch unterwegs zwei Kreuzfahrtschiffe ansehen. Auf der Rückfahrt machten wir ein bisschen "Tonnenkunde" bei der Gefahrenstellentonne/Untiefentonne vor dem Arsenal. Beim Pegelturm trafen wir noch die Kanuten des ETV bevor es wieder zurück zur Kanu-Vereinigung ging. Dort war für drei unserer Einsteiger das "Anbaden". Das Anbaden erfolgte in Form von Wiedereinstiegsübung in die Kajaks vor dem heimatlichen Steg. Das Fördewasser war noch etwas frisch, aber die heißen Duschen waren ja nicht weit entfernt.

Klaus-Peter

Samstag, 21. April 2012

RST 2012

Heuer ist ein Rekord fällig: Bei so niedriger Wassertemperatur haben wir noch nie ein Regionales Sicherheitstraining durchgeführt: keine 7 Grad misst das Wasser in der Förde! Trotzdem haben sich über 20 Paddler auf unserem Gelände versammelt, um sich gewissenhaft in ihrem Hobby fortzubilden, Techniken kennenzulernen und zu üben, oder sich auch ganz einfach mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen. Es ist diesmal eine große Fraktion aus Berlin dabei, sechs Paddlerinnen und Paddler aus der geheilten Hauptstadt, die in Zelten den Vorteil niedriger Nachttemperaturen genießen, bei denen man nicht im Schlafsack schwitzen  muss.

Wie immer ist der Vormittag den Paddeltechniken gewidmet, und wie nicht immer ist der Wind heute so gnädig, die Wasseroberfläche vor unserem Klub weitgehend ungestört zu lassen, so dass man sich bei den Übungen voll auf die Technik konzentrieren kann und nicht darauf, das Reinfallen zu verhindern. Allerdings hat es tags zuvor und in der Nacht ausgiebig und heftig geregnet, so dass das Wasser heute ungewöhnlich trübe und voller Treibgut ist. Aber für die Austiegsübungen fahren wir ein paar Meter raus - dort ist das Wasser gewohnt klar.

Am Nachmittag fahren wir wieder zum Schwentineschall, der heute aber ausgesprochen schüchtern schwallt, denn außer gestern hat es schon länger nicht mehr ergiebig geregnet. Ähnlich schüchtern sehen die ersten Versuche er Teilnehmer aus, das bewegte Wasser zu queren. Aber mit der Zeit und  gewachsenem Zutrauen bleibt der Bug dann doch in der ursprünglich gedachten Richtung.

Da unser Vereinsheim sich noch als Baustelle darstellt, klingt der Tag heute bei der benachbarten Marine-Kameradschaft aus, wo Maja uns Slavko uns wie gewohnt mit Heringen und Cevapcici verwöhnen.

Alle Fotos hier...