Samstag, 27. April 2013

RST 2013

Nach einem nicht enden wollenden Winter hat sich die Wassertemperatur in den letzten Tagen uns zuliebe noch einmal unerwartet ins Zeug gelegt und sich auf unglaubliche sechs Grad gesteigert. Aber die lange Kälteperiode hat nicht zur Anmeldung großer Scharen geführt und auch das garstige Wetter gestern hat noch einmal einige zurückschrecken lassen. So stehen wir also in einer intimen Gruppe von zehn Leuten um unsere Boote herum und freuen uns auf das Kommende. Jedenfalls können wir uns sicher sein, dass alle Erschienenen wild entschlossen sind und mit Liebe bei der Sache.

Natürlich wollen wir auf die niedrigen Wassertemperaturen Rücksicht nehmen und statt der üblichen zwei nur einen "nassen Block" durchführen. Aber bis es dazu kommt, vergeht noch eine ganze Weile, in der wir die Gelegenheit haben, und mit allen "trockenen" Aspekten des Kajakfahrens auf See zu beschäftigen - in Theorie und Praxis. Für einige ist der heutige Termin die erste Gelegenheit, sich mal wieder mit dem Boot aufs Wasser zu begeben. Und da brauchen beide Komponenten, Paddler und Schiff, einfach eine gewisse Zeit, sich wieder aneinander zu gewöhnen. "Welche Seite muss man noch mal hochkanten, wenn man nach links fahren will?" "Und wie bitteschön soll ich beim Heckruder das Paddel links nach unten drücken und gleichzeitig diese Seite hochkanten?"
Das Schleppen nimmt heute einen größeren Raum ein, als es sonst der Fall ist. Und es ist ein gutes Erlebnis, mal zu spüren, wie anstrengend es ist, einen Paddler hinter sich her zu ziehen, der nicht selbst zum Vorankommen beiträgt. Und das sind hier nur fünfhundert Meter und es herrscht Windstille und gibt keine Wellen! Wenn man tatsächlich einmal in die Verlegenheit kommt, jemanden über eine längere Strecke ziehen zu müssen, sollte man die Last tunlichst mit mehreren teilen.

Ein gutes Gefühl ist es auch, sich schließlich einmal wirklich in die frischen Fluten zu stürzen. Keiner zögert, alle üben bereitwillig den Wiedereinstieg, lassen sich Reentry & Roll vorführen oder versuchen es sogar selbst. Ich übe mit Jörg den Heel-Hook-Entry - auf deutsch: Hacken-Haken-Einstieg. Aber offensichtlich bin ich nicht dafür geeignet, denn Jörg hat alle Mühe, mein Kajak aufrecht zu halten, während ich mit meinem Gewicht ungeschickt darauf herumrotiere.

Aus Sicht der Durchführenden war die Kleinheit der Gruppe ein echtes Geschenk. Es ist wesentlich entspannter, zu zweit eine Gruppe zu betreuen und sich bei den Erläuterungen und Vorführungen abwechseln zu können, als den ganzen Tag alleine sabbeln und die Augen ständig überall haben zu müssen. Auch den Teilnehmern scheint der Kurs Spaß gemacht und etwas gebracht zu haben, denn die Gesichter und Gemüter sind entspannt als wir abschließend zur Manöverkritik zusammenkommen.

Mehr Bilder hier.

Sonntag, 21. April 2013

Anpaddeln 2013

Ich bekomme gerade noch den letzten Parkplatz auf unserem Gelände - obwohl ich mit Birke und Sarah im Gepäck einigermaßen frühzeitig angereist komme. Offensichtlich wollen sich große Mengen Vereinsmitglieder diese erste offizielle Möglichkeit, mal wieder aufs Wasser gehen zu  können, nicht entgehen lassen. Ich habe mir sagen lassen, dass die Temperatur heute morgen um sechs Uhr noch bei minus ein Grad gelegen haben soll, aber nun haben wir schon sieben davon und die Sonne scheint aus vollen Kräften, so dass sie sich noch weiter vermehren werden. Wind weht kaum. So muss Anpaddeln sein!

In unseren neuen Umkleiden herrscht dichtes Gedränge - und trotz der neuen Bank, die ich gestern noch fertig gestellt habe, macht sich das Fehlen von Kleiderhaken schmerzlich bemerkbar. Aber der gesamte Verein ist nahezu planmäßig und pünktlich mit sämtlichen verfügbaren Booten auf dem Wasser. Es scheint sich herauszukristallisieren, dass ich seit neuestem immer der Letzte bin. Die Erste ist Uschi, die zwar noch gar nicht Mitglied im Verein ist, aber schon so epicht darauf, endlich paddeln zu dürfen, dass sie gleich mit dem Nachbarverein losfährt, der ein paar Minuten vor uns startet. Sie kennt ja eh so gut wie niemanden und wenn alle losfahren, ist das für sie Anreiz genug, selbiges auch zu tun. Ich schaffe es gerade noch, sie aus den Klauen des KKK zu retten und zu uns zurück zu führen!

Wir sind zwar pünktlich an der Umtragestelle in die Schwentine, aber wie nicht anders erwartet, bildet sich hier eine laaaange Schlaaaange. Es dauert über zwanzig Minuten, bis alle umgesetzt haben. Nicht weil da irgend etwas klemmt, sondern einfach, weil eben es so lange dauert, gefühlte hundert Paddler durch dieses Nadelöhr zu schleusen. Nachdem ich auf der Förde die Nachhut gebildet hatte, immer auf der Ausschau nach gekenterten Paddelbooten, geselle ich mich auf der stillen Schwentine zu Jörg und fahre vorweg. Es gibt wieder viele Themen, die noch besprochen und Vögel, die bestimmt werden müssen, so dass uns der Weg bis zum Kraftwerk nicht lang wird. Auf der Rücktour zum ETV, wo es Würstchen und Kuchen geben soll, kommen uns aber schon einige Paddler entgegen, die offensichtlich einen direkteren Weg zum Kaffeebuffet gefunden


haben. So müssen wir erkennen, dass wir zu spät sind, um noch von der besten Kuchensorte gut zu haben. Aber die verbliebenen Reste sind köstlich genug - schließlich haben wir mittlerweile einen gehörigen Hunger!

Wie so oft entspinnen sich mehr und längere Gespräche, als man gedacht hat und so ist auch Jörg noch da, als ablegen, obwohl der "eigentlich gleich wieder los wollte". Die Umsetzstelle ist in dieser Richtung kein Nadelöhr und wegen des fehlenden Windes ist es auch für die ungeübtesten Paddler heute kein Problem, die Förde ohne Mühen und Zwischenfälle zu queren.
Auf unserem Vereinsgelände angekommen, werden erst einmal Geschenke verteilt: Karen, die Wanderwartin, nimmt die Gelegenheit war, den Vorturnern den winterlichen Rollentrainings zu danken und jedem ein individuelles Geschenk zu überreichen. Ich hatte sie damals erpresst, dass ich nur mitmache, wenn ich einen heißen Kakao bekomme - und nun erhalte ich eine ganze Tüte feinsten Kakaopulvers! Ich mache nächstes Jahr wieder mit! Und Olav muss noch sein neues Kajak taufen- sein ganzer Stolz! Es soll Sisiutl heißen, damit es ihn vor bösen Geistern beschützt  - oder so.

Lauritz, der alte Pfadpfinder, hat in der Zwischenzeit schon sachkundig den Grill entzündet, so dass wir ohne große Verzögerungen in den letzten Teil des Tagesprgramms übergehen können: Das gemütliche, vereinsinterne Zusammensein am Grill. Ich habe mein nagelneues, beeindruckendes WMF-Grillbesteck mitgebracht, das allseits "Ooohs" und "Aaahs" hervorlockt. Andere haben dafür leckere Salate mitgebracht - jeder wie er kann! Es herrscht eine angenehme Atmosphäre, in der man miteinander ins Schmatzen und Schwatzen gerät. Als schließlich noch die beiden Jungmitglieder Elin und ?Martin aufgefahren werden, kennt die Begeisterung der Ex-Kleinkind-Eltern keine Grenzen mehr: Während Elin mit ihren knapp sechs Wochen Lebenserfahrung noch wirklich, wirklich klein ist, wirkt ?Martin schon wie ein vor Kraft strotzender Klops dagegen. Vielleicht legen sie auch einmal einen Teil ihres Weges durch das Meer des Lebens im Paddelboot zurück!

Montag, 15. April 2013

Die Boote kommen zurück!

Nachdem die wesentlichen Arbeiten in der Bootshalle abgeschlossen und die Staubschutzwände entfernt sind, wollen wir unsere Boote aus ihrem Exil in ihre Heimat zurückführen. Damit sie sich richtig wohl fühlen, werden die trotz der Schutzwände dick eingestaubten Auflagen erst einmal gründlich gereinigt und überall unter der Stellage gefegt. Es sind erfreulicher Weise reichlich freiwillige gekommen, die mit anpacken und so geht die Arbeit leicht und schnell von der Hand.

Die während des Umbaus in der Halle verbliebenen vereinseigenen Boote haben wärend der staubenden Umbauarbeiten mit der Zeit alle dieselbe Farbe angenommen: milchig grau! Da wir wissen, dass sie ehemals bunt waren, werden sie alle auf den Rasen gelegt und einer gründlichen Wäsche unterzogen. Hier vollbringen Nina und Christina wahre Wunder, bis sich schließlich das von früher gewohnte farbenfrohe Bild zeigt!

Mit den blauen Auflagebretter an ihrem alten Ort und den Booten darauf, sieht unsere Halle schließlich auch wieder wie eine Bootshalle aus. Ich freue mich schon, wieder mehr paddeln zu gehen, als mich mit dem Umbau beschäftigen zu müssen! Ein besonderes Dankeschön geht an unseren Nachbarverein, der unseren Booten über den staubigen Winter Asyl geboten hat.

Mittwoch, 3. April 2013

Anduschen

Es ist Mittwwoch und es ist Anfang April und da sind wir in den vergangenen Jahren immer schon seit Wochen auf dem Wasser gewesen. Aber dieses Jahr ist anders. Erst waren unsere Boote nicht in der Halle, weil anders passierte und dann war das Wetter ganz und gar nicht wie man es von einer Klimaerwärmung erwarten würde. Aber heute ist unsere Geduld zu Ende: Umbau hin oder nicht enden wollender Winter her - wir gehen paddeln! Fünd Nasen haben sich eingefunden, das Mittwochspaddeln in diesem Jahr zu eröffnen.

Das erste Angenehme ist die Tatsache, dass unsere neuen zwar noch kahlen aber schon benutzbaren Umkleideräume eine Heizung haben - und die funktioniert! Was für ein Luxus! Die zweite unerwartete und erfreuliche Überraschung ist die Tatsache, dass bereits Wasser aus den Duschköpfen kommt! Und das krönende I-Tüpfelchen ist schließlich die Tatsache, dass diese Wasser auch noch warm ist! Was will der Paddler mehr?

Wir fahren am Ostufer hoch bis zum Möltenorter Hafen. Es herrscht zwar angenehmer Sonnenschein, aber der kann über die lauen zwei Grad Lufttemperatur nicht hinwegtäuschen und vor allem nicht über den doch noch arg frischen Wind, der uns entgegen bläst. Zum Glück handelt es sich um Nordostwind, der zum einen nicht gegen Abend einschläft und uns zum anderen auf der Rücktour schiebt. Denn wir sind alle noch etwas aus der Übung, so dass ein Tour bis Möltenort beim heutigen Wind die noch imWinterschlaf befindlichen Muskeln anspruchsvoll fordert.

Nach der Rücktour und dem Genuss der neuen Duschen statten wir Slavko bei der Marinekameradschaft einen Besuch ab. Wir waren lange nicht mehr da und beide Seiten freuen sich über das Wiedersehen in freundschaftlicher Atmosphäre.


Samstag, 23. März 2013

Arbeitsdienst

In unserem Untergeschoss sind die Dinge wunderbar vorangeschritten. Nun sind wir selbst wieder verstärkt gefragt. Mit einem Arbeitsdienst wollen wir uns auf den dräuenden Frühling vorbereiten. Das gemeinsame Frühstück nehmen wir diesmal in Mirko feinen Tischen ein. Botschi hat gut eingekauft und keiner kann sich hinterher rausreden, er hätte nicht kräftig gefrühstückt! Eine große Aufgabe ist es, heute den durch die Arbeiten entstandenen allgegenwärtigen Staub möglichst umfassend aus unseren Gefilden zu verbannen. Das gelingt nicht in einem Rutsch und Hallenboden und Treppenhaus müssen mehr als einmal gefegt und gewischt werden. Es wird noch ein gepflegtes Weilchen dauern, bis auch das letzte Staubkörnchen weggewischt und ausgepült ist.
Natürlich haben wir auch andere Arbeiten im Angebot, solche bei denen ganze Männer gefordert sind: Die Spindwände müssen wieder kreuz und quer durch die Halle geschoben werden, da ist eine große Körpermasse von entscheidendem Vorteil. Zum Glück sind genügend Arbeitswillige erschienen und wir bekommen alles bearbeitet, was auf unserem Zettel stand. Ja fast sind es sogar zu viele, die auf den armen Botschi einstürmen und nach Beschäftigung lechzen. Und einen besonderen Gast haben wir heute zu verzeichnen: Uschi. Sie ist zwar nich nicht einmal Mitglied in unserem Verein, ist aber schon mal zu Arbeitsdienst erschienen, weil sie auch schon an unseren Hallentrainings teilgenommen hat und den Kontakt halten wollte. Das nenne ich Einsatz!

Der Tag heute hat uns noch einmal richtig gut nach vorne gebracht. Es bleibt zwar noch reichlich Arbeit, aber man sieht, dass wir voran kommen und es macht Spaß. Als am frühen Nachmittag sogar noch eine Schar Polo-Jugendlicher voller Tatendrang einfällt, müssen wir sie auf den nächsten Arbeitsdiensttermin im April vertrösten. Da wird dann hoffentlich auch kein Schnee mehr auf dem Hallenvorplatz liegen!

Donnerstag, 21. März 2013

Vorstandsmarathon

Um nicht mehrere separate Termine koordinieren zu müssen, haben wir uns entschlossen, heute drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Wir wollen heute im Rahmen des Vorstands zusammenkommen, um uns weitere Gedanken zum Thema Kinderschutz zu machen, um unser alljährliches gemeinsames Vorstandsessen nachzuholen und schließlich um eine reguläre Vorstandssitzung abzuhalten. Das ehrgeizige Unterfangen erfordert ein frühes Treffen und bedingt einen langen Abend. Ich hatte etwas Bedenken, dass das die Geduld und Konzentrationsfähigkeit mancher vielleicht übersteigen könnte, wurde aber von meinen Kollegen wunderbar widerlegt: Wir sind bei der Ausarbeitung der noch notwendigen Unterlagen im Bereich Kinderschutz ein gutes Stück vorangekommen, haben eine köstliche Bewirtung durch Jessica und Mirko entgegennehmen können und schließlich alle auf meiner Liste stehenden Themen zu Führung und Verwaltung des Vereines abgearbeitet. Und trotz der absehbar langen Zeit, die all diese Vorhaben in der Summe beanspruchen würden, war die Beteiligung vorbildlich - bis auf ganz wenige Ausnahmen ist der Vorstand komplett erschienen. Dieser Einsatz hat mich durchaus beeindruckt!

Montag, 11. März 2013

Mit Kind und Kegel durch Dänemark

Heute ist der letzte Themenabend für diesen Winter. Eigentlich sollte der Winter dann vorbei sein, aber wenn man nach draußen schaut, sieht es ganz und gar nicht nach Frühling aus! Aber das soll uns heute Abend nicht sorgen. Wir hören und sehen, was uns Jürgen von seiner Kanu-Tour im vergangenen Sommer zu zeigen und zu erzählen hat. Und das ist eine ganze Menge und jede Minute wert!

Es fing schon damit an, dass seine geplant sechswöchige Reise mit seinem Sohn Lej im offenen Segelkanadier fünf Minuten zu spät begann. Das Boot musste nämlich noch aus der Schwentine von Jens' Werkstatt abgeholt werden, und justamong, als sie zwischen hier und Schweden nur noch offenes Wasser zu liegen glaubten, sperrten die Wasserschutzpolizei und die Feuerwehr die Schwentine wegen eines Großbrandes vom Rest der Welt. So war neben ein paar verschenkten Stunden der erste und kräftigste Sonnenbrand der Fahrt fällig.

Es sollte nicht die einzige skurrile Begebenheit bleiben. So musste der große Seebär in Schleimünde, nachdem der kleine Seemann voller Stolz einen toten Schwan aus dem Schilf gebuddelt hatte, endlos nach dem fehlenden Kopf graben, denn darauf hatte Lej es ganz besonders abgesehen. Allein - der Kopf blieb unauffindbar! Aber die Suche hatte das Kind wenigstens eine ganze Weile beschäftigt. Dies war wohl eines der Hauptprobleme während der anspruchsvollen Fahrt: Wie schaffe ich es, einen wissbegierigen Sechsjährigen jeden Tag aufs Neue zu beschäftigen - und das möglichst, ohne dass der Vater dafür allzu sehr eingespannt wird.

Als weiteres Problem stellte sich des öfteren die Frage, wie man ein fünfeinhalb Meter langes und wohl hundert Kilo schweres Kanu von und zum Wasser bewegen soll, wenn man nur ein kleines Kind und einen Erwachsenen mit lädierter Schulter zur Verfügung hat. Wie bei allen nicht planbaren Unternehmungen bestätigte sich auch hier das immer wieder beobachtete Phänomen: "Das findet sich!". Dabei spielte die unerwartete und für Jürgen manchmal schon erschlagende Freundlichkeit der Dänen eine große Rolle. Sie beschränkte sich aber nicht nur auf ein Hand-Anlegen beim Wuppen des Potemkischen Bootes, sondern manifestierte sich auch ein ums andere Mal in Speiseeisorgien für den Kleinen und kompletten Mahlzeiten für den Kleinen und den Großen.

Vom Wetter her hätte man sich gar keinen katastrophaleren Sommer aussuchen können. Bis auf den Tag mit dem Sonnenbrand in der Schwentine, gab es sonst eigentlich keine Zeiten ungehemmter Hitzeentwicklung. Ungehemmt war allein der Wind. Er blies bevorzugt aus Richtungen, die man in unserer Gegend zwar nur selten findet, in der aber genau das Zielgebiet der Reise lag. Ständig rollten Regenfronten über Vater und Sohn hinweg und der heilige Geist ließ eine Gewitterzelle nach der anderen am Himmel aufziehen. So war die Lenzpumpe wohl einer der meisten gebrauchten Ausrüstungsgegenstände. Das am meisten getragene Kleidungsstück war für beide der Trockenanzug. Zum Glück hatte Jürgen für seinen Vorschoter einen Passenden besorgt - ich wusste gar nicht, dass es so kleine Exemplare überhaupt gibt.

Es war ein langer aber ausgesprochen kurzweiliger Vortrag. Ich habe selten bei einem Bildervortrag so viel gelacht und denke, dass sich die Bedeutung dieser Reise für Vater und Sohn erst in vielen Jahren in ihrer ganzen Tiefe erweisen wird.

Sonntag, 10. März 2013

Malerarbeiten


Die Bauarbeiten im Untergeschoss streben ihrem Ende entgegen und es ist zunehmend unsere eigene Leistung gefragt. In der nächsten Woche sollen die Bodenfliesen in den Dusch- und Umkleideräumen verlegt werden. Da ist es schlau, die Wände vorher zu streichen, weil das wesentlich einfacher ist. Am Freitag habe ich mit Jörg zusammen das notwendige Werkzeug und Material rangeschafft und Samstag hat die erste Schicht tatkräftig Hand angelegt. Da wurden schon mal Dusche und Umkleide im Herrensektor fertig gestrichen, während im Damenbereich noch Defizite übrigblieben. Die Arbeiten gingen auch deshalb so leicht von der Hand, weil ich eine Auswahl feinster Musik und ein passendes Abspielgerät mitgebracht hatte.


So wurde das Rollen des Lammfelles durch das Rocken des legendären Guitarren-Vokal-Duells von Ian Illan und Ritchie Blackmore von Deep Purple aufgelockert, das Schwingen  des Pinsels von den spielerisch leichten Trompetenklängen von Alison Balsom beschleunigt. Wir lauschen der Saitenakrobatik von Leo Kottke und Egberto Gismonti, der biblischen Wucht der Texte von Bob Dylan und dem zeitlosen "All Blues" von Miles Davis. Eigentlich wollte keiner aufhören, aber irgendwann war der Farbeimer leer und die Sonntagsschicht sollte ja auch noch etwas zu tun haben.

Die hat dann die übrig gebliebenen Scharten der Samstagsschicht ausgemerzt und die Toilettenräume gestrichen. Ich gehe davon aus, dass sie sich auch um die nicht geschafften Negerküsse, Waffeln und Haribos gekümmert hat, habe aber keine Vollzugsmeldung darüber erhalten.

Als Held des Wochenendes muss Holger besonders hervorgehoben werden, denn er hat sowohl am Samstag wie am Sonntag mit Hand angelegt!

Montag, 4. März 2013

Zocken bis in die Nacht

Heute ist wieder der erste Montag im Monat. Das heißt, dass sich die Fahrradfahrer bei uns im KaNÜ treffen und den "großen Saal" in Beschlag nehmen, während wir uns ins Separee zum Zocken zurückziehen. Ich habe "Ubongo" mitgebracht, muss aber feststellen, dass wir viel zu viele Personen dafür sind. Also einigen wir uns auf "Phase 10". Ich lege einen furiosen Start hin uns schieße fast uneinholbar an die Spitze. Ab dahin ziehe ich aber sämtliche Ausrufezeichen-Karten auf mich, die "eine Runde aussetzen" zur Folge haben. Klar, dass ich in der Folge nichts mehr gebacken kriege. Aber selbst als ich uneinholbar zurückliege, hält sich immer noch das Gerücht, dass ich am besten dastehe und die Ausrufezeichen landen bei mir! Wie gemein!

Da die Phasen natürlich immer schwieriger zu erfüllen sind, dauern sie immer länger. Die Radfahrer sind längst zu Hause und auch Mirko, unser Wirt, hat sein Schiff schon verlassen, als wir immer noch einen "Fünfling mit Drilling" suchen. Zum Glück ist heute der erste Montag, an dem ich meine Tochter nicht abholen muss, so dass ich ohne zeitliches Limit bleiben kann. Genützt hat es nichts: am Ende bin ich Letzter! Ich hasse Ausrufezeichen!!!

Montag, 25. Februar 2013

Navigation im Kajak


Wenn es zum Thema Navigation kommt, hört bei jedem Wassersport der Spaß auf. Warum eigentlich? Natürlich kann man Navigation auf die Knäckebrot-Art vermitteln, mit Koordination und Kursen und geodätischem Datum und all dem dorren Gedöhns. Man kann aber auch einfach ein paar Probleme aus der Praxis nehmen und zeigen, dass man ihnen mit ein paar grundlegenden Techniken aus der Schatzkiste der Navigation schon erstaunlich souverän begegnen kann. Das war der Leitgedanke, den ich zu Grunde gelegt hatte, als ich anfing, den Vortrag vorzubereiten.

So wurden also die nüchteren Zahlen und Tabellen in Relation zu tatsächlichen Touren gestellt und über kleine realitätsnahe Aufgaben mit Leben gefüllt. Da wird sogar eine auf den ersten Blick so verwirrende Graphik wie die über den Zusammenhang zwischen Wind, seiner Geschwindigkeit, der freien Wirklänge und der resultierenden Wellenhöhe verständlich.

Ich hoffe, dass ich mehr Bereitschaft geweckt habe, sich der Navigationslehre offener zuzuwenden, als dass ich vielleicht verschreckt habe durch die Benennung der vielen Effekte, die einen Einfluss auf unser Bemühen haben. Und vielleicht hat ja auch der eine oder die andere etwas gelernt und kommt in Zukunft leichter zurecht mit der Beantwortung der zwei grundlegenden Fragen der Navigation:
  •  Wo bin ich?
  • ... und wenn ja, wie viele?(*)
Das Engagement, mit dem die gestellten Aufgaben bearbeitet wurden, lässt keinen Zweifel, dass die Anwesenden dem Thema durchaus zugeneigt waren und ihren Spaß daran gefunden haben.
(*)Könnte auch sein, dass die zweite Frage lautet: Wie komme ich möglichst effektiv und sicher an mein Ziel? 

Sonntag, 24. Februar 2013

Rollenkurs - letzter Teil

Unser Rollenkurs geht in die letzte Runde. Es kann noch einmal geübt werden, wie man die Nase wieder an die lieb gewonnene Luft bekommt, wenn es einen unverhofft unter die Wasseroberfläche gerissen hat. Die Probanden haben schon gute Fortschritte gemacht, einige beherrschen die Rolle schon mit großer Sicherheit, andere sind noch nicht ganz so routiniert, haben aber das meiste des Weges bereits zurückgelegt. Auch Nina macht heute ihre erste vollkommen freie Rolle. Nur der Hallenboden greift noch etwas unterstützend ein - aber ansonsten war alles eine komplette Eigenleistung. Glückwunsch!

Montag, 18. Februar 2013

Jahresrückblick 2012 (oder 2013?)

Alle Jahre wieder....

Auf diesen Termin freue ich mich immer schon, wenn die Saison sich dem Ende neigt! Einmal noch die gesamte vergangene Saison Revue passieren lassen, sich an die schönen Momente erinnern, überrascht sein, wie viel wir im vergangenen Jahr unternommen haben und die Bilder der anderen sehen.

Es ist Entspannung pur, in den Bildern zu versinken und sich von der Musik tragen zu lassen. Beim Anblick der Bilder und dem Erinnern an die Aktivitäten bekomme ich immer das Gefühl, dass ich ein unverdient reiches Leben führe. Ich wohne in einer Gegend, die so viel Natur und Erleben bietet und ich kann mit meinem Boot zu Orten fahren und Dinge erleben, die andere nur aus dem Fernsehen kennen. Und diese Dinge zu tun, macht einen unglaublichen Spaß - und es mit anderen zu teilen noch mehr. Und wenn es nur ist, dass ich den Kranichen dabei  zusehe, wie sie majestätisch in die Abendsonne ihren Schlafplätzen entgegen fliegen...

Vielen Dank an Birgit, die uns diesen Abend schon seit vielen Jahren ermöglicht!